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Inseln unter südlicher Sonne
 

Nachdem sich Australien aus dem Urkontinent Gondwana gelöst hatte, kam es durch die 80 Millionen Jahre währende Drift der Landmasse Richtung Norden zu gewaltigen Erdbewegungen. Die ließen schließlich eine Reihe kleinerer Inseln im Pazifik entstehen. So waren Neuguinea, Neubritannien, die Salomonen, Neukaledonien und Neuseeland einst mit Australien verbunden. Sie alle verfügen heute über eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt sowie über einzigartige Landschaften.

Neuguinea war lange Zeit über eine Landbrücke mit Australien verbunden, bis diese vor etwa 6.000 Jahren überflutet wurde. Seitdem bildet die Insel jenseits der Torres-Straße die Pufferzone zur Inselwelt Asiens. Durch die geologischen Veränderungen entstanden hoch aufragende, mit Schnee bedeckte Gebirge. Noch mehr als Australien überrascht Neuguinea durch seine vielfältige Tierwelt: schillernd bunte Paradiesvögel, riesige flugunfähige Kasuare, Baumkängurus und Ameisenigel. Die lange geologische Zugehörigkeit zum trockenen und sonnenverbrannten Australien lässt sich angesichts der häufigen Niederschläge, ausgewaschenen Berggipfel, mächtigen Ströme und dichten Regenwälder aber kaum mehr erahnen.
Östlich von Neuguinea erstrecken sich eine Reihe vulkanischer Inseln im Pazifik. Ihre Küsten sind Teil der Unterwasserwunderwelt der Korallensee. An Land brüten seltsam anmutende Vögel in der vulkanisch heißen Erde ihre Eier aus, und in den Regenwäldern haben sich riesige Flughundkolonien angesiedelt.
In den stürmischen Gewässern im Süden liegt Neuseeland, dessen Tiere und Pflanzen ebenfalls 80 Millionen Jahre in Abgeschiedenheit lebten. Auf den vorgelagerten Inseln finden sich viele außergewöhnliche Vogelarten wie die flugunfähigen und nachtaktiven Kakapos und Kiwis. Hier gibt es außerdem die größten Insekten der Welt, die seit 200 Millionen Jahren ihr Aussehen nicht verändert haben.
Auch Menschen haben sich auf den Inseln niedergelassen. Zu verschiedenen Zeiten gelangten verschiedene Völkergruppen auf ganz unterschiedliche Arten hierher. Es entstanden ungewöhnlich viele eigene Kulturen, von denen jede einzelne ihren Einfluss auf die sie umgebende Natur ausgeübt hat.

(Deutschland, Grossbritannien, Australien, 2005, 43mn)
WDR, Regie: Hugh Pearson, Neil Nightingale, Beschreibung von arte

 
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